B101 bei Luckenwalde

b101Ein Detail, das mich immer wieder verwundert, sind die Auffahrten der B101 bei Luckenwalde (hier). Die Straße wird dort 1,5-spurig geführt, aber die Auffahrten sind exakt so angelegt, dass der einmündende Verkehr sich in den einspurigen Bereich einfädeln muss, nur um sich 20 Meter weiter wieder auf zwei Spuren zu verteilen. Welchen Sinn soll das denn ergeben…

Hätte man die zweite Spur nicht einfach noch die paar Meter weiter ziehen können? Eine sicherlich überschaubare Investition, die sich eventuell schon amortisiert hätte, wenn damit auch nur ein einziger Unfall beim Einfädeln vermieden wird. Auf dem Foto wird deutlich, wie unsinnig sich das für den Auffahrenden präsentiert.

Unterm ICC

Wart ihr mal unterm ICC? Heute kaum noch befahren, schlummert dort ein Musterbeispiel an 70er-Jahre-Verkehrsplanung vor sich hin, das in erstaunlich gutem Erhaltungszustand die Zeit überdauert hat. Die Einfahrt befindet sich am Messedamm, Fahrtrichtung Süd (siehe hier). Ursprünglich sollte das ICC übrigens auch mal an die U-Bahn angebunden werden (Details hier), dadurch erklärt sich der Fußgängertunnel unter der angrenzend Kreuzung Messedamm/Masurenallee. Dieser Tunnel ist im selben architektonischen Stil erbaut wie die unterirdische Vorfahrt.

Autobahnfinanzierung

Die SZ schreibt, daß in Zukunft private Kapitalanleger den Straßenbau in Deutschland mitfinanzieren können sollen. Vom Ansatz her ist das vielleicht gar keine schlechte Idee – Geld ist ja genug da, nur an der falschen Stelle. Und wenn dieses Geld dann einmal den Bürgern zugute kommt statt auf irgendwelchen Konten zu verrotten, dann ist das wohl durchaus sinnvoll. Andererseits ist es im Endeffekt natürlich nichts anderes als ein Taschenspielertrick, um die staatliche Neuverschuldung zu senken – ob der Staat einen Kredit aufnimmt und die Bürger ihn über Steuern zurückzahlen, oder ob private Investoren die Infrastruktur auf eigene Kosten bauen, und die Bürger das durch Maut und Steuern finanzieren, kommt ja im Endeffekt auf dasselbe heraus. Trotzdem ist es vielleicht ein guter Impuls, um eine Generalüberholung unserer Infrastruktur einzuleiten.

Was mir dabei wichtig wäre, ist dass der Staat die Oberhand behält in diesen Projekten. Partnerschaften zwischen Staat und Privatunternehmen (PPP) haben sich als kontraproduktiv herausgestellt, es wurde im Normalfall teurer als wenn der Bund den Bau alleine bezahlt hätte (siehe zB hier). Solange das gewährleistet bleibt, klingt es nach einem guten Experiment für die Finanzierung – ob es in der Praxis funktioniert wird sich zeigen.

Das Reich der Legenden

Ich war ja schon kurz davor, den Blitzmarathon endgültig ins Reich der Legenden zu verweisen. Ähnlich den gefühlt ungefähr 100 Feiertagen in Nordkorea, wo jedesmal irgendwas anderes gefeiert wird, ohne dass man davon etwas mitbekommt. Vermutlich entweder um sich selbst zu feiern. Oder um einfach mal so zu tun, als ob es irgendein öffentliches Ereignis gäbe, nur um den Fokus der Medien zu lenken um der Bevölkerung mal wieder ein bischen Aktionismus zu bieten. Denn bisher war es immer so, daß ich ausgerechnet am jährlichen Feiertag zu Ehren des Blitzers niemals einen davon finden konnte.

Doch dann, spätabends auf der L40 kurz vor Potsdam, versteckt im Gebüsch, entdeckte ich doch noch eines dieser scheuen Exemplare. Dies stellt mein Vertrauen in den Staat natürlich wieder her. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Blitzmeldungen

Anscheinend hat sich die Berliner Polizei ein paar neue Autos gegönnt, schreibt die Morgenpost. Ich kann nicht genau erkennen ob es sich dabei nun um Caddys oder Tourans handelt, die sehen sich alle so ähnlich inzwischen… Die Geschwindigkeit wird wohl erst im Bereich zwischen 50m und 20m vor dem Blitzer gemessen. Hoffentlich genug Zeit zum runterbremsen. Jedenfalls sind sie auffällig genug. Bei Blitzberlin habe ich sie noch nicht gefunden, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit. Tolle Seite übrigens. Vor allem gefällt mir der „Golden Golf“ hier aus Zehlendorf, wie oft ich den schon gesehen habe. Es gibt kaum ein auffälligeres Auto im Bezirk!

Und dann gibts wohl nächste Woche mal wieder einen Blitzmarathon. Wir wünschen einen verregneten Donnerstag… Ich möchte mal kurz auf die Kontrollstellen eingehen. Mir fallen eigentlich nur wenige Stellen hier in der Nähe ein, an denen häufig mit völlig unpassender Geschwindigkeit gefahren wird, und dadurch direkt Leute gefährdet werden.
Da wären zB die Curtiusstraße (ein Taxifahrer erzählte mir mal, sie hätten ihn dort nachts um 2 gemessen – eine Zeit wo sicherlich viele Schüler die dortige Schule aufsuchen). Oder Löhleinstr. / Brümmerstr. am U-Bahnhof (hier stehen sie häufiger mal, was auch durchaus berechtigt ist). Oder Königin-Luise-Straße am Arndt-Gymnasium/Erich-Kästner-Grundschule (nie gesehen da). Außerdem oben auf dem Fichtenberg (ebenfalls nie gesehen da – stets etwa 200m weiter in der Lepsiusstr., wo es wieder vollkommen übersichtlich ist). Und Klingsorstr. an den Zebrastreifen.
Nun zu den tatsächlichen Meßstellen – teilweise deckt sich das ja schon, was ganz ok ist. Aber man sieht immer wieder denselben Unsinn, wie Unter den Eichen / Potsdamer Chaussee, wo alles kilometerweit übersichtlich ist. Meist stehen sie dann in der Unterführung Drakestr., da ist anscheinend am meisten zu holen. Sicher ein Unfallschwerpunkt ersten Ranges. Außerdem noch drei andere Spezialfälle, nämlich Garystr., Mariannenstr. und Joachim-Tiburtius-Brücke. Das sind alles Straßen, wo früher 50 erlaubt war. Jetzt meckern sie wenn man da 40 fährt. Na danke. Vor allem da in der Mariannenstr. die Schilder nur wegen Straßenschäden da stehen – sollte doch wohl jedem selbst überlassen sein ob er sich die Dämpfer ruinieren will oder nicht. Der größte Witz ist jedoch der Klassiker Königstr. Eine Straße die in jeder anderen Stadt wohl mit 70, 80 befahren werden dürfte. Ich erinnere mich noch an eine Messung die sie da mal nachts um 2 oder so veranstaltet haben. Innerhalb einer Stunde kamen genau drei Autos, und der langsamste fuhr 83… klingt jetzt nicht gerade danach als das Limit auf irgendwelches Verständnis stoßen würde. Vor einiger Zeit hat die CDU Zehlendorf auch mal in der BVV beantragt, da wenigstens eine 70 hinzustellen. Geändert hat sich natürlich nix… Gute Fahrt!