Fahrtraining

Vor kurzem war ich beim ADAC zum Motorradtraining in Linthe gewesen. Im Gegensatz zum Autotraining, was ich letztes Jahr mitgemacht hatte, war das Motorradtraining erkenntnisreicher und damit auch vom Preis-Leistungs-Verhältnis deutlich stimmiger. Was habe ich mitgenommen?

Zunächst ein Überblick, was gemacht wurde:

  • anfangs etwas Bewegungsübungen während der Fahrt, z.B. freihändig fahren, aufstehen etc.
  • danach Slalom mit etwa 50 km/h, dabei verschiedene Techniken ausprobieren, auch inwieweit man ohne den Lenker zu verwenden die Maschine kontrollieren kann (Antwort: fast gar nicht)
  • anschließend Zielbremsung und Vollbremsung aus 50 km/h, auch auf unterschiedlichen Straßenoberflächen
  • und vor der Mittagspause Übungen in Schrittgeschwindigkeit.
  • Es folgten Ausweichhaken bei etwa 50 km/h,
  • ein paar Runden auf der Go-Kart-Bahn, um Blickführung und Kurvenhaltung zu trainieren,
  • dann ein paar Runden auf der größeren Rennstrecke
  • und Schräglagenversuche in der Kreisbahn, auch mit Ausweichen in Schräglage und Bremsen.

HondaFür mich am interessantesten war eigentlich, dass obwohl ich fast alle Übungen zumindest irgendwie fahren konnte, mir immer Details in der Technik fehlten, die ich so vorher nicht wahrgenommen hatte. Daher war das Training sehr aufschlußreich für mich. Im Detail erinnere ich mich z.B. an:

  • beim Bremsen muss man nicht unbedingt viel Kraft mit den Armen abfangen, es reicht den Oberkörper anzuspannen
  • die Haltung der Füße beim Kurvenfahren, daß der Ballen auf den Rasten steht. Damit erledigen sich gleich mehrere Probleme, z.B. kann man den Fuß nicht versehentlich schräg stellen, man hat eine bessere Kontrolle, fängt es links an zu schleifen kann es sonst passieren, daß man versehentlich einen Gang hochschaltet, es fällt einfacher das kurveninnere Bein etwas vorwärts zu bewegen
  • die Hinterradbremse hat bei einer Vollbremsung fast keinen Effekt bei meiner Maschine. Konzentration auf die Vorderradbremse ist sinnvoller
  • an Schräglage geht viel mehr als ich dachte, auch ausweichen in Schräglage ist nicht allzu problematisch – danach die richtige Spur wiederzufinden allerdings schon!
  • was Langsamfahren betrifft, fehlt noch einges an Übung. Schnell ist leichter 🙂
  • freihändig zu fahren hatte ich mich vorher nicht getraut – jetzt weiß ich daß es kein Problem ist bei der richtigen Geschwindigkeit. Natürlich hat man dann fast keine Kontrolle mehr über die Maschine.
  • in der Kurve einen etwas höheren Gang zu wählen verringert Lastwechselreaktionen. Ich hatte mich da schon so sehr dran gewöhnt, eher hochtourig zu fahren, da fiel mir das gar nicht mehr auf – aber es ist tatsächlich entspannter wenn man die Kurve mit niedrigerer Drehzahl nimmt.
  • Vielleicht die interessanteste Erkenntnis – die anderen Leute hatten ganz ähnliche Problem wie ich. Die Atmosphäre war sehr angenehm, es herrschte kein Wettbewerb oder so, man konnte sich in Ruhe darauf konzentrieren die eigene Technik zu verbessern.

Insgesamt ein sehr gelungenes Konzept. Man hat Spaß und lernt einiges dazu. Was man bedenken sollte: Es ist anstrengend, vor allem da ja noch die Anfahrt hinzukommt. Man sitzt den Tag also mindestens 10 Stunden auf der Maschine. Aber es lohnt sich.