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Wer ist eigentlich so irre und ernennt einen Grünen zum Verkehrsminister? 😀 Hier fabuliert er mal wieder von Tempolimits. Besonders erschreckend finde ich immer den Populismus: „sehr beliebt bei Schweizern, um ihre schnellen Autos auszufahren“ – seien wir doch froh, daß die Schweizer unseren hoch besteuerten Sprit kaufen, und sich an einer Freiheit erfreuen, die ihnen im eigenen Land nicht gegönnt wird. Erschreckend, wie seitens der Grünen sofort über irgendwelche Verbote diskutiert wird wenn jemand etwas tut was denen nicht in den Kram paßt. Das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit interessiert in dieser Partei anscheinend niemanden.

Die Zeit ist stehengeblieben

busspurWobei ich die Idee sich zu Pferd fortzubewegen eigentlich ganz sympathisch finde. Immerhin eröffnet sie die Möglichkeit, betrunken aus der Kneipe nach hause zu kommen ohne gleich den Führerschein zu riskieren 🙂 Es gab da sogar mal Gerichtsurteile zu, hier sind zwei Fälle zu unterscheiden:

  1. Betrunken eine Kutsche gefahren: Siehe bei beck.de – die Wortwahl ist eigentlich recht interessant: „Pferde, so hieß es im Prozess, seien schließlich intelligenter als Räder und Autos, könnten die Fehler eines betrunkenen Kutschers ausgleichen“ – doch trotzdem, besoffen kutschieren ist verboten. Angst um den Führerschein muss man allerdings nicht haben, es verstößt zwar gegen § 316 StGB, aber es handelt sich wohl nicht um ein Fahrzeug im Sinne der StVO.
  2. Betrunken aufm Pferd sitzen – hier gibts keine Grenzwerte soweit ich weiß. Das ganze wird auch nicht von § 316 StGB erfaßt, eben weil es sich noch nichtmal um ein Fahrzeug handelt. Hier gehts anscheinend nur noch um §2 Abs. 1 FeV, womit die Aktion nur ne Ordnungswidrigkeit wäre (§ 75 Nr. 1 FeV)
  3. Ob es einen Unterschied macht wenn auch das Pferd dabei betrunken ist bleibt unklar…

Sprich, sein Pferd neben der Kneipe anzubinden um später damit nach hause zu kommen, ist bei weitem die bessere Idee als dazu ein Kraftfahrzeug zu verwenden.

Vollgas?

Hat man einmal das Glück über lange Zeit eine leere und unlimitierte Autobahn unter die Räder nehmen zu können, so stellt sich irgendwann die Frage, wie schnell man eigentlich fahren sollte, um schnellstmöglich am Ziel zu sein.

Die intuitive Antwort lautet natürlich: Vollgas! – doch was ist mit der Zeit, die man dann an der Tankstelle verbringt?

Ich habe das mal ausgerechnet – das Resultat ist hier.

Fazit:

  • Für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird die höchstmögliche Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt, indem permanent Vollgas gefahren wird. Die zum Tanken angenommene Zeit (6 Minuten pro Tankvorgang) fällt nicht ins Gewicht. Die tatsächlich erzielte Geschwindigkeit beträgt dabei 90% (Leon 4 20VT) bzw. 85% (Cayenne Turbo S) der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs.
  • Für batterieelektrisch betriebene Fahrzeuge muss die Tankzeit berücksichtigt werden. Dauert der Tankvorgang eine Stunde, so verschiebt sich die optimale Geschwindigkeit deutlich nach unten, beim Tesla liegt sie bei ca. 150km/h (obwohl das Fahrzeug 250km/h erreichen könnte). Die tatsächlich erzielte Geschwindigkeit beträgt dabei lediglich 40% der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, bzw. 66% der gefahrenen Geschwindigkeit.

Tesla Taxi

Foto0102Was es nicht alles gibt! Diesmal ein Tesla Taxi. Eigentlich eine gar nicht mal so abwegige Idee ein Taxi elektrisch zu betreiben, während man auf Kundschaft wartet kann die Batterie geladen werden. Nimmt man die SuperCharger zum tanken hat man überhaupt keine Spritkosten mehr! Allerdings gibt’s davon in Berlin nur einen einzigen zur Zeit, und der ist auch noch jwd… Aber trotzdem ne nette Sache. Hab mal in nem Tesla drin gesessen bei der IAA, aber mal mitfahren ist sicher interessant. Ich vermute der Wagen wird sogar schon dadurch Umsatz generieren daß neugierige Leute wie ich einfach mal ne Runde mitfahren wollen.

Rosa Armee

60tErinnert ihr euch noch an die Riesen-LKWs aus Potsdam? Na gut, wer genau hingeschaut hat sieht daß es hier eigentlich um die Straßenbahn ging 🙂 Aber trotzdem hat man sich in Kronach auf die Giganten der Straße vorbereitet und vorsichtshalber eine Brücke auf 60t beschränkt… Man weiß ja nie was kommt. Vielleicht die Rosa Armee? 😉

Aktionismus

Vor kurzem kam unser Verkehrsminister ja auf die Idee, daß es einfacher werden solle, auf Hauptstraßen ne 30 hinzustellen (Link). Ich kenne durchaus Beispiele wo 30 gerechtfertigt ist, wenn die Straßen klein sind zum Beispiel und man nicht damit rechnet daß dort 50 sein könnte (Spanische Allee, Schütte-Lanz-Str., Königin-Luise-Str., Hildburghauser Str.). Ich kenne sogar wirklich vereinzelt Beispiele wo zur Schulzeit 30 sinnvoll wäre und 50 gilt (Lepsiusstr, Ostpreußendamm). Andersrum kenne ich allerdings viel mehr… (zB Clayallee, Bundesallee, Grazer Damm, Drakestr. (nur der ganz südliche Teil), sowie vor allem die ganzen unsinnigen nächtlichen Limits die anscheinend zufällig verteilt werden, zB Goerzallee, Kaiser-Wilhelm-Str., Altensteinstr., Osdorfer Str., Leonorenstr., nochmal Grazer Damm, Boelckestr. ist praktisch nur noch zwischen 18-22 Uhr normal befahrbar, na immerhin, ansonsten 30… Es geht endlos weiter).

Sprich, in Berlin ist 30 ja sowieso schon an allen möglichen Stellen der Fall, egal ob sinnvoll oder nicht. Und jetzt soll es noch einfacher werden solche Schilder aufzustellen? Mit großer Euphorie bewirbt unser Ministerium für Stadtabwicklung seine Experimente in einer Broschüre, die im wesentlichen nur aussagt daß in rund 80% der Fälle die gefahrene Geschwindigkeit gesunken ist, aber daß bislang nicht mal untersucht worden ist, ob dadurch die Verkehrssicherheit steigt, außerdem die Lärmbelastung um sensationelle 1-3db gesunken ist (kann man das überhaupt zuverlässig messen?), und bei der Schadstoffbelastung die Qualität des Verkehrsflusses sowieso einen größeren Einfluss hat als die gefahrene Geschwindigkeit. Ist ja nun auch nicht allzu schwer nachzuvollziehen, daß Autos im höchsten Gang am sparsamsten sind und man diesen Gang halt bei 30 nicht verwenden kann. Immerhin sind die Anwohner anscheinend happy – ist ja toll, aber was ist mit den Leuten die täglich auf der Straße unterwegs sind?

Was übrigens ein weiterer Aspekt ist, den in Berlin keinen interessiert, ist der wirtschaftliche Schaden der durch geringere Geschwindigkeiten angerichtet wird. Hier mal eine Beispielrechnung, wenn eine mittelmäßig befahrene Straße (20.000 Kfz/Tag) auf 500m von 50km/h auf 30km/h reduziert wird:

Für 500m braucht man mit 30km/h genau eine Minute. Bei 50km/h sind es nur 36 Sekunden, macht 24 Sekunden Unterschied. Ergibt bei 20.000 Fahrzeugen eine Zeitverlust von insgesamt 133,3 Stunden jeden Tag, mal Mindestlohn von 8,50€ pro Stunde also 1133,33€ Zeitverlust in dem die Leute hätten arbeiten oder ihre Freizeit genießen können. Hochgerechnet auf ein Jahr ergibt das einen wirtschaftlichen Verlust von 413.666,66€ (fast ne halbe Million)! Hätten die Leute in der Zeit ihrer Arbeit nachgehen können statt durch die Stadt zu schleichen zu müssen, könnte damit die eine oder andere Schule renoviert werden. Und der Zaun, der die Schule von der Straße trennt, und die Ampel direkt vor der Schule, die eine sichere Querung ermöglicht, wäre bei diesem Betrag dann auch noch mit drin. Naja bekanntes Problem, Verluste werden verteilt und die Verwaltung verrennt sich im Aktionismus. Ach ja, Thema Aktionismus: sie machen trotzdem munter weiter.